Kaum angekommen war es also endlich wieder soweit, ich durfte meine Identitätskarte erneuern! Voller Vorfreude und Motivation machte ich mich an die erste Aufgabe und druckte ein Bild von mir in der richtigen Grösse aus. Leider ergaben dann aber Recherchen von mir, dass diese Aktion etwa so sinnvoll war, wie wenn ich die Tintenpatrone gleich aus dem Fenster geschmissen hätte. Ich stiess nämlich auf die Website mit den Anforderungen, die ein Foto zu erfüllen hat, um angenommen zu werden.
Mir blieb also nichts als die Kapitulation und so machte ich mich auf, zu einem öffentlichen Fotoautomaten. Einmal in diesen Automaten gequetscht, wurde ich sofort von einem grossen "8 Franken" überrascht! Abgeschreckt von dem durchaus überteuerten Spass, hat man die Wahl zwischen einem Passfoto für EU-Norm oder CH-Norm. Nach kurzer Verwirrung über den Sinn von Passfotos für EU-Norm in der Schweiz, wartete schon die nächste Frage. Ich hatte die Wahl zwischen einem Foto in Farbe und einem schwarz-weiss Foto, zum gleichen Preis, wohlverstanden! Ich denke, die Antwort zu dieser Frage erübrigt sich.
Nachdem ich mich durch alle diese Fragen gekämpft hatte, konnte das Abenteuer beginnen. Es war peinlich genau eingezeichnet, auf welcher Höhe meine Augen zu sein hatten, wie gross mein Kopf sein durfte und wo meine Schultern sein mussten, um nur einige Vorschriften zu nennen. Vor lauter Vorschriften vergass ich beim ersten Versuch den Rollkragenpullover auszuziehen, er verdeckte mein Hals, war also aller Wahrscheinlichkeit nach unangebracht. Beim zweiten Versuch machten mir meine Augen einen Strich durch die Rechnung, indem sie mich gerade beim erleuchten des Blitzes zum blinzeln zwangen. Eine Stimme ertönte und machte mich darauf aufmerksam, dass dies mein letzter Versuch sei! Wenig erfreut von dieser Tatsache versetzte ich mich noch einmal in vollste Konzentration und wartete auf den Blitz. Beim Anblick des entscheidenden Bildes bemerke ich aber, dass meine Schultern nicht ganz gerade waren. Noch einmal hatte ich also die Ehre, acht Franken an einen Automatenbetreiber zu spenden, um endlich ein korrektes Passfoto zu erhalten. Immerhin klappte es dieses Mal und ich hatte mein persönliches Gaunerbild.

Doch die nächste Frustration liess nicht lange auf sich warten. Geplant war es, mit diesen Fotos gleich zur Gemeindekanzlei zu fahren, um endlich eine neue Identitätskarte zu beantragen. Die Mitarbeiter unserer Gemeindekanzlei benötigten allerdings eine Mittagspause von drei Stunden und machten dadurch meinen Plan zunichte. Ich durfte also nach Hause fahren, um dann noch einmal zur Gemeindekanzlei zu fahren, Freude herrschte.
Mein kleines Abenteuer endete, wie es begonnen hatte, mit einem Schock. Nachdem ich nämlich endlich in das richtige Zimmer in unser Kanzlei geführt wurde und mir eine etwas ältere Dame, Frage um Frage gestellt hatte, verabschiedete sie sich von mir mit den Worten: „Gut, Herr Grosswiler, dann macht das 70 Franken“.
Zu alledem besass ich die nächsten zwei Wochen keine Identitätskarte, weil es so etwas wie eine Übergangskarte nicht gibt und die Verwaltung eine gewisse Zeit braucht – grossartig!
Die neuen Passfoto-Normen. from SFLB on Vimeo.
Ein guter Beitrag. Anschliessend einige stilistische Verbesserungsvorschläge für deinen nächsten Blogeintrag:
ReplyDelete1) Versuche lange Sätze zu vermeiden (z.B. erster Satz) um die Kohärenz zu gewähren.
2) Vergleiche sollten so eingesetzt werden, dass jeder versteht, worum es geht (z.B. Foto ausdrucken, Tintenpatrone aus Fenster werfen)
3) Passe auf, dass du die Zeitform beibehälst (keine Wechsel vom Präteritum ins Präsens).
4) Vermeide umgangsprachliche Formulierungen (z.B. Jetzt ging es also los)
5) Versuche Füllwörter (z.B. also) so weit wie möglich zu vermeiden.