Saturday, April 25, 2009

Grenzen der Meinungsfreiheit



Die Frühlingsferien neigen sich ihrem Ende zu und ich blicke auf die vergangenen zwei Wochen zurück. Ich lasse all meine Erlebnisse durch einen bewussten Filter gehen. Durch diesen werden diejenigen Erlebnisse heraus filtriert, welche bei mir eine besonders starke Gefühlsreaktion ausgelöst haben - sei dies nun im Positiven oder im Negativen. In meinem bewussten Filter betrachte ich nun den Rückstand dieser imaginären Filtration. Darunter befinden sich viele Erlebnisse, welche mich glücklich gemacht haben und jetzt, wenn ich so selektiv auf sie zurückblicke, wiederum glücklich machen. Ein Erlebnis sticht aber hervor, welches mich im Gegensatz zu den anderen wütend gemacht hat und auch ein wenig traurig. Ich hätte das dringende Bedürfnis gehabt mit jemandem darüber zu diskutieren, daher will ich jetzt darüber schreiben.

Es ereignete sich am Montag dieser Woche. Wieder einmal sass ich gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher und wollte mir die Sendung "10 vor 10" zu Gemüte führen. Ich machte mich auf das Übliche gefasst: Katastrophenmeldungen, Kriegsberichterstattung, Verkehrsunfälle, Verbrechen und Politiker, welche sich irgendwie in die Haare geraten waren. Da musste ich mir aber doch tatsächlich mit ansehen und vielmehr mit anhören, wie der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine Hassrede gegen Israel und die westliche Welt hielt, wie er deren Regierungssysteme als rassistisch bezeichnete, wie er einmal mehr den Holocaust in Frage stellte und wie er hämisch grinste, als er dafür Protest erntete.

http://www.sf.tv/sendungen/10vor10/index.php?docid=20090420 (Beitrag von "10 vor 10" unter dem Titel "Eklat in Genf")

Die Hasstirade an und für sich liess mich kalt. Solche Provokationen ist man sich vom Staatsoberhaupt des Irans schon längstens gewohnt. Hingegen rief es in mir tiefstes Unverständnis hervor, dass die UNO höchstpersönlich einem Holocaustleugner eine Bühne bereitet an ihrer internationalen Konferenz gegen den Rassismus in Genf, auf welcher er seine rassistischen Äusserungen zum Besten geben kann - genau das, was die Konferenz zu verhindern sucht. Sicherlich muss man auch seine Feinde in einen Dialog mit einbinden. Die Naivität einer solch weltumspannenden Organisation darf doch aber nicht dazu führen, eben diesem Gegenspieler eine internationale Plattform für seine rassistische Ideologie zu bieten. Jetzt kann man mir natürlich vorwerfen, ich würde einen Grundsatz unseres demokratischen Systems missachten, die Rede- und Meinungsfreiheit. Aber Meinungsfreiheit sollte doch da aufhören, wo eine ganze Menschengemeinschaft oder auch nur ein einzelnes Individuum durch offensichtlich falsche Wortäusserungen, welche wissenschaftlich widerlegt werden können, verletzt wird. Auch dem Toleranzgedanken sind irgendwo Grenzen gesetzt. Die Freiheit eines Menschen muss da aufhören, wo er die Freiheit eines anderen Individuums beschneidet. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich an jenem Montagabend, an dem ich so bequem auf unserem blauen Sofa sass, nicht zum ersten Mal von der Naivität und Machtlosigkeit der UNO enttäuscht worden bin.

1 comment:

  1. -Der Beitrag ähnelt eher einem Zeitungskommentar als einem Blogbeitrag, der eigentlich Dinge aus dem Alltag aus einer anderen, interessanteren und kreativen Perspektive veranschaulichen sollte.
    -Stilistisch gesehen fehlt ein Übergang von der Einleitung zum eigentlichen Thema des Textes, zudem der Beginn sehr persönlich wirkt während der Rest nur eine politische Meinung vertritt.

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